Compuzentrische Probenbühne

Alle TESCAN Mikroskope sind mit einer fünfachsigen, compuzentrischen Probenbühne ausgestattet. Eine compuzentrische Bühne dient dazu, den Bereich der Probe, welcher für den Anwender von Interesse ist (Englisch: Region of interest – kurz ROI), auch bei Rotation und Kippung der Probe fokussiert im Sichtfeld zu halten.
Dies bedeutet, dass die Kontrollsteuerung der Probenbühne nach jeder Rotation oder Kippung die Y-/Z-Koordinaten neu justiert, um Verlagerungen oder verlorengegangenen Fokus der ROI, die beim Kipp-/Rotationsprozess der Probe entstanden, zu kompensieren. Der Anwender muss seine Probe nicht extra manipulieren, da die ROI nach jeder Bewegung der Probenbühne immer erhalten und im Fokus bleibt. Die compuzentrische Probenbühne bringt keine Beschränkungen der Probe mit sich, wodurch das Mikroskop vielseitig einsetzbar ist. 
 

Hauptmerkmale

  • Fünfachsig motorisiert: X, Y, Z, Rotation, Kippung
  • Euzentrische Kippung und Rotation (ROI bleibt fokussiert im Sichtfeld)
  • Einsatz unterschiedlicher Probenhalter ohne die Euzentrizität bei Kippung zu verlieren
  • Keine Begrenzungen in Probengröße und Probenhöhe
  • Schnelle und einfache Handhabung (Vorteil bei Einsteigern)
  • Robuste Probenbühne mit einer Tragkraft bis 8 kg (abhängig von Kammergröße und Konfiguration)

Kippung und Rotation von Proben

Generell ist die ROI nach der Kippung oder Rotation einer Probe versetzt und defokussiert. Dies geschieht jedes Mal, wenn die Probe um eine Achse rotiert oder gekippt wird, die nicht mit der ROI übereinstimmt. In der Praxis ist das sehr lästig, da der Anwender jedes Mal die ROI erneut ansteuern und fokussieren muss.

Compuzentrische Bühne

Wie bereits erwähnt, hält die fünfachsige, compuzentrische, voll motorisierte Probenbühne die ROI immer gut fokussiert im Sichtfeld, sowohl nach Kippung, als auch Rotation. Im Gegensatz zu einer euzentrischen Bühne ist eine compuzentrische Bühne wesentlich vielseitiger und einfacher zu handhaben. Zusätzlich bietet die computerisierte Bewegung der Probenbühne weitere Vorteile, die bei einer euzentrischen Bühne nicht erhältlich, oder nur durch zusätzlichen Arbeitsaufwand erreichbar sind. 

Compuzentrische Probenbühne
Compuzentrische Probenbühne in MIRA3

Compuzentrische Bühne

  • Bei einer compuzentrischen Probenbühne ist die Kippachse nicht in einer Ebene mit der Probenoberfläche: die ROI ist verschoben. Das Kontrollsystem der Bühne regelt Z- und Y-Verschiebung automatisch nach und positioniert die Bühne so, dass die ROI wieder fokussiert und im Sichtfeld ist.
  • Eine compuzentrische Bühne schränkt nicht die Probenhöhe ein. Proben mit ungleichmäßiger Topographie und / oder mit unterschiedlicher Höhe lassen sich ohne Beschränkungen analysieren.
  • Eine compuzentrische Probenbühne macht das Mikroskop extrem vielseitig.
  • Einfacher und schneller Einsatz spart Zeit bei der Analyse, besonders bei unerfahrenen Anwendern.
  • TESCANs compuzentrische Probenbühnen sind je nach Kammer mit unterschiedlichen Bewegungsbereichen ausgestattet. Die Bühnen sind robust und können je nach Kammerkonfiguration mit bis zu 8 kg belastet werden.
  • Verschiedene Probenhalter können eingesetzt werden ohne die Kippeuzentrizität zu gefährden.
  • Gute Wiederholbarkeit, besonders nach großem Schwenkbereich. 

Euzentrische Bühne

  • Bei einer euzentrischen Bühne wird die Probe zuerst zum euzentrischen Punkt bewegt (wo sich Kippachse und Achse des Elektronenstrahls kreuzen – an diesem Punkt wird die Probe fokussiert) und dann gekippt. Auf diese Art bleibt die ROI erhalten und fokussiert (mit Einschränkungen – siehe unten).
  • Daraus lässt sich ableiten, dass eine euzentrische Probenbühne problematisch sein kann, wenn Proben größer sind oder eine spezielle Topographie aufweisen.
  • Eine euzentrische Probenbühne beschränkt die Art der Proben, die im Mikroskop analysiert werden können und begrenzt die Probenhöhe.
  • Für die Euzentrizität der Probenbühne muss der Anwender muss die Position der Probe (Z’) sehr präzise einstellen, eine zeitaufwändige Aufgabe.
  • Aus demselben Grund sind auch die Typen der einsetzbaren Probenhalter limitiert.
  • Um eine gute Funktion zu gewährleisten, muss die mechanische Genauigkeit einer euzentrischen Probenbühne erhalten bleiben, was nicht trivial ist. 


Egal, ob das Mikroskop für die Routineuntersuchung von Proben mit gleichen Maßen eingesetzt wird (z.B. für Anwendungen in der Industrie), oder für unterschiedliche Analysen an verschiedenartigen Proben (die auch geometrisch variieren können), ob damit in einem Multi-User-Labor oder einer multidisziplinären Institution gearbeitet wird - die compuzentrische Probenbühne ist die essentielle Komponente in Ihrem Mikroskop, die garantiert, dass Sie ihre speziellen analytischen Anforderungen verwirklichen können.